Zeitfresser Technik und Internet

IMG_2812Kinder wie die Zeit vergeht und schnell ist nix getan.Kennst du das auch: du möchtest nur schnell mal was googeln, doch plötzlich sind zwei Stunden rum, du stehst im Nirgendwo der unendlichen Weite des www, weißt im Schlimmsten Fall nicht mal mehr, was du eigentlichen nachschauen wolltest? Warum zieht uns die Technik so in ihren Bann und wie können wir diesen fiesen Zeitfresser zügeln?

Sicher haben Computer an sich und ebenso das Internet unser Leben total verändert, wir kommen viel schneller an Informationen, die wir brauchen oder auch in Kontakt. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, unglaublich viel Zeit zu verschwenden mit genau dieser Informationssuche. Gerade im Internet gibt es immer etwas Neues, dass wir uns anschauen können: neue Bilder bei Facebook und Instagramm oder wir surfen nur ziellos herum oder lesen Nachrichten lesen bei Twitter. Unsere Produktivität steigert das meistens nicht. Wer einmal sein Emailpostfach öffnet, kann schnell über eine Stunde mit dem Lesen und Beantworten der neuen Emails verbringen.

Laut einer amerikanischen Studie „What are we not doing when we’re online“  (Was wir nicht tun, wenn wir online sind) von Scott Wallsten vom Technology Policy Institute in Washington müssen Freunde und Familie im realen Leben zugunsten von Facebook und Co hochgerechnet auf ein Jahr rund 18 Tage zurückstecken. Für den Arbeitgeber bedeutet jede online verbrachte Minute des Mitarbeiters einen durchschnittlichen Verlust von 0,27 Minuten Arbeitszeit. Dies entspricht rund circa acht Tage pro Jahr, die ein US- Amerikaner praktisch weniger arbeitet, weil er gerade online ist.

Nicht wirklich überraschend dabei ist, dass mit sinkendem Alter des Nutzers die Onlinezeit steigt. Der Lernverlust  der 15 – 19 jährigen amerikanischen Onlinenutzer beträgt pro Tag sieben Stunden. Da viele Jugendliche ihr Smartphone kaum noch aus der Hand zu legen scheinen, wollen Bonner Forscher mit Aufzeichnungen beleuchten, ob Suchtgefahr droht. Mit der App Menthal kann das Smartphoneverhalten gemessen werden. Laut Beobachtungen der Wissenschaftler unterschätzen die meisten Nutzer die Handyzeit. Der Durchschnittsnutzer aktiviert alle 12 Minuten sein Smartphone, ca. 80 Mal am Tag. Die meistgenutzte Anwendung auf dem Smartphone vor Facebook und Co ist Whatsup.

Bei einer Umfrage von  Goldmedia 2011 unter 1.100 Smartphonnutzern stellte sich heraus, dass diese durchschnittlich 81 Minuten täglich ihr Smartphone nutzen. Spitzenreiter hierbei mit 111 Minuten waren HUAWEI-Benutzer, danach folgten mit 103 Minuten HTC-Besitzer und auf Platz 3 Apple-Nutzer mit 87 Minuten. Laut einer Onlinestudie 2013 von ARD & ZDF stieg die Nutzungsdauer enorm an: 2012 waren die Nutzer im Schnitt 133 Minuten Minuten am Tag online, 2013  schon 169 Minuten, ein Anstieg von 36 Minuten im Vergleich zum Vorjahr.

Eine Autorin der Augsburger Zeitung fand in einem Selbstversuch heraus, dass sie innerhalb von 5 Tagen 20 Stunden allein mit dem Handy online war. Sie war vor allem im Social Web unterwegs (Instagramm und Facebook). In einem Artikel auf Focus Online wird klar, dass der Spitzenreiter beim Lebenszeitklau mit 16,2 Prozent der Onlinezeit Facebook ist, auf Platz 2 folgt google mit 12,6 Prozent.

Was tun?

Anwendungen wie Rescue Time oder Time Track geben Aufschluss darüber, wieviel Zeit in welche Anwendungen am PC oder Handy investiert wird. Die Tools analysieren das Verhalten und entlarven somit die Zeitrfresser bei der Computerarbeit. Wer die bereits oben angesprochene App Menthal nutzt, kann sein Gefährdungspotenzial besser einschätzen und wird vor Sucht gewarnt.

Arbeitet man am PC, ist es hilfreich das Mailfenster sowie Social-Web-Anwendungen zu schließen, da sonst immer wieder Ablenkung droht, auch damit vertrödelt man sich immens. Wer die Zeit vor dem Rechner generell verkürzen möchte, stellt sich am besten einen Timer, hält danach wirklich Abstand von der Technik und widmet sich bewusst anderen Dingen. Der Wechsel zum Fernseher wäre da sicher eher kontraproduktiv, es soll ja noch mehr Dinge geben, habe ich irgendwo im Internet gelesen…

 

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