Keine Panik, dass ist nur ein trampender Roboter

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Stell dir vor du bist im Auto unterwegs, am Rande ein winkender Daumen, du hältst an. Es steigt aber keiner ein, du hangelst dich zur Beifahrerseite und willst nach diesem Deppen gucken. Doch da ist gar keiner. Alles was da draußen wartet ist ein Roboter. Ein Roboter, der per Anhalter fährt (diesmal aber nicht durch die Galaxis).

Der autonome Roboter wollte einmal quer durch Kanada gelangen, von der Atlantikküste auf die Pazifikinsel Vancouver Island. Und zwar per Anhalter, denn von selbst kann er sich nicht fortbewegen. Der hitchBOT durchquerte im Juli 2014 in 3 Wochen das zweitgrößte Land der Welt.  Ihm gelang ein Bilderbuchstart: Nach nach nicht einmal einer Minute hielt bereits jemand an und nahm den hitchBOT ein Stück des 6000 Kilometer langen Weges mit.

Die Erbauer Prof. Frauke Zeller und Kollege David Harris Smith verfolgen mit diesem verrückten Projekt zwei Ziele. Zum einen wollen sie die Diskussion in der Gesellschaft anregen, über Technik, Roboter und unsern Sinn für Sicherheit, erklärte die aus Deutschland stammende Wissenschaftlerin. Schließlich sei Autostoppen als unsicher verschrien. Und umgekehrt stand die Frage: Können Roboter den Menschen vertrauen? Denn der hitchBOT ist auf seiner Reise völlig auf die Hilfsbereitschaft der Kanadier angewiesen.

hitchBOT tourt im Februar in Deutschland

Am 13. Februar startet der reiselustige Robotertramper seine 10-tägige Tour durch Deutschland. Lebensnotwendige Wörter wie Currywurst und Feierabend kann er lt. seinen Erfindern wohl schon. Wobei ich mich frage, ob das die Worte wären, wofür ich R2-D2 einladen würde. Hm? Aber Moment mal, das ist doch eine sehr verlockende Idee: ran an die Steckdose und mal fix eine neue Fremdsprache „überspielt“. Haben wollen!

Der Roboter soll wohl auch von seiner Kanadareise plaudern können und über seine Hobbys: Fußball, Hockey, Backen, Reiten. Hm, ein reitender Roboter??? Naja einen trampenden hätte ich mir vorher auch nicht vorstellen können. Nun gut, man soll sich mit ihm richtig unterhalten können.  Wenn er mal nicht alles versteht, quasselt er einfach so vor sich hin (da kenn ich noch eine Spezies, die das drauf hat).

Auf jeden Fall soll er sympathisch wirken, denn auch er braucht eine Übernachtungsmöglichkeit und vor allem Familien- ähm, Stromanschluss. Bewegen kann er sich nicht, muss also vom Fahrer ins Auto gehievt werden. Seine Größe entspricht so ungefähr die eines sechsjährigen Kindes, welches 8 kg auf die Waage bringt.

Das Experiment ist geglückt. In seiner dreiwöchigen Reise quer durch Kanada nahm der Roboter keinen Schaden. Im Gegenteil, er wurde unterwegs sogar mehrmals beschenkt.

Jeder kann einen bauen

Das hitchBOT-Team lädt zum Nachmachen ein: Die Software des hitchBOT wurde auf GitHub veröffentlicht. Na da bin ich ja mal gespannt, wen man dann so auf deutschen Autobahnen winken sieht.

Wer ist eigentlich für diese Stromfresserchen verantwortlich, wenn die allein auf Tour gehen? Die Erbauer oder Erfinder? Haften (und vor allem zahlen) die, wenn Rob irgendwo Strom klaut? Schwarz fährt er ja sowieso schon.

Eigentlich wurden Roboter erfunden, um uns Menschen zu helfen. Da uns anscheinend nicht mehr zu helfen ist, wurde der Spieß einfach umgedreht. Tja, so sieht es aus. Wir brauchen bald einen Roboterbeauftragten im Bundestag und einen Gleichstellungsbeauftragten und einen, der die Formalitäten klärt. Ne Gewerkschaft wär Quatsch oder? Naja wer weiß, wir sind hier in Deutschland…

 

Ein Gedanke zu „Keine Panik, dass ist nur ein trampender Roboter

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