hitchbot

Der tragische Tod eines Roboters mit Tablet-Hirn

Vor einiger Zeit berichtete ich vom trampenden Roboter hitchBOT, der quer durch Kanada trampte. Insgesamt legte er einen Weg über 6000 Kilometer zurück. Es schien, als war er der Liebling der Menschen. Dieses Experiment sollte ein voller Erfolg werden. Nun ja, bis er die USA heimsuchte.

Die Forscher verfolgten zwei Ziele. Zum einen wollen sie die Diskussion in der Gesellschaft anregen, über Technik, Roboter und unsern Sinn für Sicherheit. Zum anderen war die Frage: Können Roboter den Menschen vertrauen? HitchBOT war auf seiner Reise völlig auf die Hilfsbereitschaft von Menschen angewiesen.

In meinem Beitrag „Keine Panik, dass ist nur ein trampender Roboter“ kündigte ich auch einen Besuch von hitchBOT in Deutschland an.  „Bitte zerlegen Sie mich nicht!“, soll er den deutschen Autofahrern sagen, die ihn mitnehmen, Solch einen Ratschlag für eine Reise bekommt wohl nur ein trampender Roboter mit auf den Weg. Kanada und Deutschland hat der kleine Technotramper auch erfolgreich bereisen können. In den USA überlebte er nicht einmal 2 Wochen.

Das Konstrukt aus Eimer, Schwimmnudeln, Kindergummistiefeln und einem Tablet-Computer als Hirn sei in der Ostküstenmetropole Philadelphia kaputt gemacht worden, teilten die kanadischen Betreiber mit. „Manchmal passieren guten Robotern schlechte Dinge. Im Netz sind teilweise atemberaubende thrillerähnliche Storys zu lesen, wer wann und warum die Blechbüchse irgendwohin trug. Von hitchBOTs letzten Stunden ist hier die Rede und von gefakten Überwachungsvideos. Wildeste Verschwörungstherorien, simple Werbegags oder letztendlich nur pure Langeweile?

In Kanada und Deutschland dagegen gab es keinerlei Feindseligkeiten. Nicht einmal mal Autofahrer, die das Innere des Hightech-Trampers erkunden wollten. Haben – zumindest technikaffine – Männer ja so an sich. Erst einmal auseinander schrauben und dann steigt die Spannung ins Unermessliche, ob das Konstrukt auch ohne all die vielen Teile funktioniert. Überraschung also, die Schraubenschlüssel blieben im Halfter.

Tja die USA ist nun mal ein gefährliches Pflaster, das ist bekannt. Vermutet wird ein Raub, weil der Kopf und wichtige elektronische Bauteile fehlen. Der oder die Täter gelten als unbekannt. Ein paar Tage später tauchte ein Video auf, das angeblich aus einer Überwachungskamera stammt. Es soll die Zerstörung hitchBOTs als sinnlosen Vandalenakt zeigen. Welche der Aussagen nun stimmt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Eine der zwei Fragen, mit denen die Erfinder hitchBOT auf die Reise schickten ist damit wohl zweifelsfrei beantwortet: Ein Technikroboter kann Menschen nicht trauen, zumindest keinen Amerikanern.

Überraschend ist für mich allerdings, wieviel Anteilnahme so eine kleine Maschine mit Ärmchen und Beinchen bekommt. hitchBOT hat auf Twitter sage und schreibe 65 Tausend Follower. Ein ROBOTER! Wir reden hier von einer Blechbüchse mit Schwimmnudeln, Gummistiefeln und einem Tabletcomputerhirnersatz. Als Menschenkind kommste da ja gar nicht mit…

Da fällt mir wieder ein, wenn auf einem Platz alle Menschen nach oben stieren, kommen immer mehr Menschen dazu, die es denen gleichtun. Das komische daran, da gibt es gar nichts zu sehen. Ist es hier auch so, dass ein Hype erzeugt wurde und keiner weiß recht warum? Ich ja auch nicht und ich schreibe trotzdem darüber, natürlich einzig und allein um euch von dieser meiner Erkenntnis zu berichten.

Letztendlich ist unser liebgewonnenes Laptop, Notebook oder Tablet doch auch nur Materie, die beachtet und ja nicht geköpft werden will. Also immer schöne behutsam mit den jungen Gebrauchten.

Und R.I.P hitchBOT

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *