Technik nah am Wasser gebaut

Vom ökologischen Fußabdruck hast du sicher schon gehört, es gibt auch den „Water-Footprint“ oder „virtuelles Wasser“. Das ist die Wassermenge, die für die Herstellung eines Produkts anfiel. Wieviel Wasser ein einzelner verbraucht, kann man ja irgendwie noch nachvollziehen (wobei man mit den Schätzungen wohl immer weit darunter liegt), doch wieviel Wasser wird für ein Smartphone, PC oder Laptop benötigt?

Schätze doch einfach mal, bevor du weiter liest…

Jeden Tag verbraucht ein Deutscher zum Händewaschen, Duschen, Essen kochen oder für die Waschmaschine 130 Liter Wasser, gemäßigt im Vergleich zu anderen Industrienationen.  Im Gegenzug dazu sind wir im Verbrauch des virtuellen Wasser leider nicht mehr so weit vorne. Schon allein die Herstellung eines Mikrochips verbraucht 32 Liter Wasser.

100 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee

Selbst eine Tasse!!! Kaffee kommt in der Herstellung auf über 100 Liter Wasser.  Und das Wasser für die Kaffeemaschine ist wahrscheinlich nicht einmal mit eingerechnet. Unglaublich oder? Falls du Schoki zum Kaffee essen wolltest, überleg es dir noch einmal: In einem kleinen Schokoriegel stecken 2000 Liter virtuelles Wasser. In einem Kilo Kakaobohnen ganze 27.000 Liter Wasser. Mehr als 70 Prozent des Wassers wird weltweit für die Herstellung von Nahrungsmitteln verbraucht. Der Rest verteilt sich auf industrielle Güter und den persönlichen Wasserbedarf.

Bei der errechneten benötigten Wassermenge für die Produktion von Gütern und Dienstleistungen wird zwischen „blauem“, „grünem“ und „grauem“ Wasser unterschieden: Der „blaue Fußabdruck“ bezieht sich auf das Grund- und Oberflächenwasser, das bei der Produktion direkt verdunstet wird. Der „grüne Fußabdruck“ beschreibt die Wassermenge, die durch die Vegetation selbst verdunstet und ist somit vor allem in der Landwirtschaft von Bedeutung. Der „graue Fußabdruck“ umfasst die Wassermengen, die durch Produktionsprozesse verunreinigt werden.

20.000 Liter Wasser für einen PC

Also jetzt mal Butter bei die Fische in Sachen Technik:  Für die Produktion eines Smartphones gehen 910 Liter virtuelles Wasser drauf. Eine ganze Platine benötigt 4165 Liter. Spitzenreiter der Technikprodukte ist jedoch der Computer oder auch das Laptop. Der Herstellungsaufwand in virtuellem Wasser beträgt 20.000 Liter. Das sind sage und schreibe über 142 Standardbadewannen.

Stimmt die Prognose, dass die Zahl aktivierter Mobiltelefone in Kürze die der Weltbevölkerung überschreiten wird, ergeben sich 6,7 Billionen Liter Wasser, die für ihre Herstellung eingesetzt wurden.

Tu was für dein Wasserkarma

Wenn du also mehrere technische Gerät nutzt und auch noch Naschkatze und Kaffeetrinker bist (was meiner Meinung nach irgendwie zusammengehört) hast du einen – sagen wir einmal – ziemlichen großen ökologischen Quadratlatschenfußabdruck. Um dein Karma wieder etwas aufzupolieren, empfehle ich dir dringendst dich für gebrauchte Technik zu entscheiden. Altes wird wiederverwendet und der Wasser-Kreislauf geht nicht wieder, zumindest in diesem Fall, von vorne los.

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