Digitale Technik, die weiß wo du gestern warst

Manchmal schon ein bisschen spooky oder: Wenn du vor ein paar Tagen Flüge gebucht hast und wie von unsichtbarer Hand bekommst du in den nächsten (gefühlten) 36 Monaten an allen möglichen Stellen Flüge zu diesem Ziel angeboten oder Hotels vor Ort oder Ausflugstips oder oder…

Big brother is watching you. Mit dem großen Bruder ist hier Google gemeint, natürlich gibt es weitere Dienste, die dich auf digitalem Schritt und Tritt verfolgen, ähm begleiten, doch die machen es nicht so offensichtlich. Die Googleianer haben die Suchmaschine revolutioniert, das praktische mit dem Nützlichen verbunden und somit perfektioniert.

Keine Angelausrüstung für Snowboarder

Alles, was die Nutzer suchen und womit sie sich beschäftigen wird gespeichert und ausgewertet. Standorte, Profildaten, Browserverläufe, Suchhistorie, genutzte Geräte, sogar Gesprächsverläufe in den Mails. That’s Business. Du kriegst die Informationen, die du suchst, Google die, die es zum Auswerten braucht. Und voila raus kommt personalisierte Werbung, mit der das Unternehmen überragende Einnahmen erzielt. Natürlich nur zu unserem Besten, denn wer will schon Werbung für eine Angelausrüstung, wenn er auf snowboarden steht. Wie praktisch das.

Wer sieht da bitte noch durch, welcher Dienst unsere Daten wann und wozu aufzeichnet und auswertet? Wenn man wirklich ernsthaft darüber nachdenkt, könnte man einer digitalen Verfolgungsparanoia erliegen. Auf der einen Seite, Auf der anderen Seite machen manche Apps ohne Ortungsdienst wenig Sinn. Ganz offensichtlich beim Navi beispielsweise. Und schwupps, schon ist bekannt, wo du dich rumtreibst und wie oft. Die Experten haben dafür eine schlaue Bezeichnung, die da lautet: informationeller Kontrollverlust. Aha!

Es gibt sogar (bisher von mir unbemerkt, muss ich ehrlicher Weise zugeben) spezielle Konferenzen wie die Computers, Privacy & Data Protection-Konferenz. Die CPDP tagte im Januar diesen Jahres 2016 in Brüssel. Der Datenschutzbeauftragte des Landes Berlin, Alexander Dix, sprach dort davon, dass Betroffene (damit meint er wohl uns Internetnutzer) niemals zu Datenobjekten werden sollten. Hm???

Also Gesetze müssen her. Datenschutzgesetze. Schwierig das Ganze. Blöd nämlich ist, dass das Internet vor Ländergrenzen nicht halt macht und somit eben nicht alle vor dem Gesetz gleich sind. Naja, das Thema Grenzen ist gerade sowieso ein heikles Thema…

Wie Google dich sieht

Wer sich irgendwo anmeldet, von dem wird ein „Grundprofil“ angelegt. Dazu zählen so grundsätzliche Dinge wie Alter, Geschlecht und Interessen. Nach diesen Daten werden wir bestimmten „Rastern“ zugeordnet, die uns dann mit (Anbieter-Augen) relevanten Anzeigen beballern. Interessiert dich, wie Google dich sieht?

Falls du mit deinem Smartphone deine Standorte ermittelst, ist es sehr wahrscheinlich, dass der große Bruder immer weiß, wo du bist oder warst.

Datenschutz vs. Rabattmarken

Denk ich an Deutschland in der Nacht… kann ich ehrlich gesagt trotzdem gut schlafen. Es gibt Menschen, die machen sich Sorgen darum, welche Daten im Internet so ausfindig gemacht werden können. Und es gibt andere (und davon reichlich), die sammeln Treuepunkte. Anhänger von Rabattkarten, die bei jeglichem Einkauf irgendwelche BIenchen, Herzchen, Marienkäfer oder was weiß ich für Treueaufkleber raffen. Auch eine Technik, um an Informationen zu kommen. Was meint ihr, wer daran partizipiert? Ich verrate es euch: der Weihnachtsmann ;o)

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