Es war einmal ein Laptop, eine kurze Geschichte…

Heute eine Selbstverständlichkeit und nicht mehr wegzudenken, klein, handlich und unglaublich praktisch. Doch unser so beliebtes portables Laptop hat einen langen Weg hinter sich. Die wohl längste erfolgreiche Diät der Welt von 25 auf 1,5 Kilo.

Von wegen Mikro, alles begann mit einem IBM-Koloss

Der Stein des Anstosses kam 1975 mit dem IBM 5100 ins Rollen. Der erste Mikrocomputer war ein untragbarer, denn ein 25 Kilo schwerer Koloss. Damals war Mikro naheliegend, die vorherigen Exemplare nahmen schließlich ganze Räume ein. Heute allerdings wäre die Bezeichnung aberwitzig. Kosten für das Prachtstück in den Siebzigern 9000 Dollar. Trotzdem soll das Monstrum Grundstein für mobile Computer sein…

Osborne 1, nicht gerade handlich

Der Osborne 1 war der erste tragbare Computer der Welt, gedacht für Normalsterbliche und für stolze 1795 Dollar zu haben.  Das „Leichtgewicht“ von 11 Kilogramm erblickte 1981 das Licht der Welt,  war bereits zusammenklappbar und wurde als Koffer ausgeführt. Auf dem 5 Zoll großen Röhrenmonitor konnte man gerade mal 52 Zeichen lesen. Von handlich noch weit weg, würde ich sagen und weniger Zeichen als bei einem Tweet, (noch) sind bei Twitter die 140 Zeichen das Maß aller Dinge.

Es gibt andere Stimmen, die behaupten seit den Achtzigern gäbe es zwei unterscheidbare Produktlinien: die tragbaren Computer oder „Portables“ und die Linie, die zum heutigen Laptop führte. Diese hätte ihren Ursprung aber nicht im Osborne 1, sondern in den Pocket Computern, die wohl die einzeiligen Displays immer weiter vergrößerten, bis diese sich hochklappen ließen. Vater des Laptops wäre dann wohl (nein nicht Darth Vader) eher der Taschenrechner. Dies nur der Vollständigkeit halber…

5 Kilo Magnesium zum auf- und zuklappen

Der Grid Compass 1100 kommt dem heutigen Laptop wohl 1982 das erste Mal nahe. 5 kg Magnesiumlegierung mit einem 8086-Prozessor unter der Haube. Der Bildschirm lies sich auf- und zuklappen.  Nutzer war damals hauptsächlich die NASA und mit einem Preis von 8000 bis 10.000 Dollar auch nicht wirklich für Otto Normalbürger erschwinglich.

Ab 1983 verkaufte Commodore ihren Executive 64, SX-64 genannt. In Deutschland war er für 3000 gute deutsche alte DM ab Frühjahr 1984 erhältlich. Von den Maßen her ein ähnlicher Klopper wie der Osborne 1, wurde das Gerät hauptsächlich als Mess- und Steuercomputer auf Baustellen oder von Handelsvertretern genutzt. So ein Farbbildschirm machte bei Kundenbesuchen schon etwas her für schnieke Produktpräsentationen.

9 Kilo mit 10 Zoll Plasmabildschirm

Compaq hat mit seinem Portable 1987 den bis dato schlanksten Laptop präsentiert: nur halb so groß wie seine Vorgänger, doch stolze 9 Kg (zusammengeklappt erinnert mich das Teil an einen der früheren Desktop). Immerhin war der Plasmabildschirm schon 10 Zoll groß und die Festplatte hatte 20 MB aufzuweisen, der Arbeitsspeicher 640 kB. Preis für das gute Stück 5000 Dollar.

1989 präsentierte Apple Ende dann seinen ersten tragbaren Computer, den Macintosh Portable. Spektakuläre Neuerungen waren der klappbare LCD-Bildschirm und der Trackball. Dieser ersetzte die Maus und konnte links oder rechts der Tastatur eingbaut werden. Die schweren Bleisäurebatterien hatten eine Laufzeit von bis zu 10 Stunden. Wenn Akku alle, dann war allerdings Sense, ein Betrieb mit Stromanschluss war nicht möglich.

Allerdings wurde die Produktion 1991 bereits wieder eingestellt. Ursache war wohl das viel zu dunkle Display, welches zwar mit einer Hintergrundbeleuchtung nachgebessert wurde. Jetzt war zwar Licht, doch die Akkulaufzeiten verkürzten sich durch den Umbau drastisch. Der Apfel war wohl noch nicht so ganz reif, geben wir ihm noch etwas Zeit.

Nächste Woche erfahrt ihr, wie es in den Neunzigern weiterging mit der Geschichte des guten alten Laptop.

 

 

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